Grüne Straßen statt graue Parkplätze – Paris wagt einen großen Schritt in Richtung lebenswerter Stadt. Die Pariser:innen haben bei einer aktuellen Abstimmung deutlich Ja zur Begrünung und Umgestaltung von 500 neuen Straßen gesagt. In den nächsten drei bis vier Jahren sollen rund 10.000 Parkplätze verschwinden, um Platz für autofreie Gartenstraßen – sogenannte rues végétales – zu schaffen.

🌱 Was steckt dahinter?
Jedes der 20 Pariser Stadtviertel bekommt etwa 25 neue grüne Straßen, die nicht nur autofrei sind, sondern auch mit Bäumen, Sträuchern, Spielplätzen, Cafés und Sitzgelegenheiten ausgestattet werden. Ziel ist es, die Stadt zu entschleunigen, die Aufenthaltsqualität zu erhöhen und mehr Raum für Begegnung zu schaffen. Gleichzeitig sollen weniger Autos auf den Straßen auch die Luftqualität verbessern.

👣 Eine Stadt für Menschen – nicht für Autos
Bürgermeisterin Anne Hidalgo verfolgt schon seit Jahren eine klare Linie: mehr Platz für Menschen, weniger für Autos. Schon heute ist in Paris Tempo 30 Standard, über 200 Straßen sind bereits autofrei, und der Durchgangsverkehr wurde in Teilen der Innenstadt untersagt. Diese neuen rues végétales sind also ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu einer nachhaltigen, klimafitten Metropole.

📉 Wermutstropfen: die Wahlbeteiligung
So viel Begeisterung auf den Straßen – doch die Wahlbeteiligung lag bei gerade mal 4 %. Wie repräsentativ solche Abstimmungen wirklich sind, wird also diskutiert. Es war übrigens nicht die erste Abstimmung dieser Art: Bereits 2023 wurde der Verleih von E-Scootern abgelehnt, 2024 ging es um höhere Parkgebühren für schwere Autos – beide Male war die Beteiligung ähnlich niedrig.

🚶‍♀️ Und Linz?
Was Paris kann, kann Linz vielleicht auch – im kleineren Maßstab, aber mit der gleichen Idee: Straßen wieder als Orte zum Verweilen und Begegnen denken. Denn lebenswerte Städte entstehen dort, wo Menschen gern zu Fuß gehen, sich wohlfühlen und Platz zum Atmen haben.


📌 Quelle: Cleanthinking.de – Paris „rues végétales“